Didaktische Zielsetzung der Vorlesungen

Zielsetzung der Vorlesung

     Das Hauptziel der Vorlesung besteht darin, begriffliche Instrumente und Argumentationsmethoden anzubieten, die zur Orientierung innerhalb der Positionen und Texte hilfreich sind, welche eine bestimmte philosophische Fragestellung betreffen. Langfristig sollte die Vorlesung nicht nur zur Kenntnis dessen führen, was Philosophen tun, sie sollte auch dazu anregen, selber mit dem Philosophieren zu beginnen. Dieses Ziel setzt Geduld und Beharrlichkeit voraus. Dann aber kann Philosophie begeistern.

     Die Vorlesung verfolgt nicht das Ziel, einen Überblick über das Thema zu liefern, und zwar weder historisch noch systematisch. Es gibt zahlreiche hervorragende Handbücher, die dazu verwendet werden können und sollten (Angaben dazu finden sich in der Literatur zur Vorlesung). Das Lesen eines solchen Einführungshandbuchs ist insofern von Nutzen, als es bereits im Vorfeld und während der Vorlesung Kenntnisse der philosophischen Debatte vermittelt, die zur besseren Orientierung und zur Verortung der in der Vorlesung bearbeiteten Fragen beiträgt.

      Statt einen Überblick zu liefern, möchte die Vorlesung Argumentationsübungen anbieten, in Zusammenhang mit den Thesen und den Texten, die im Zentrum der besprochenen Debatte stehen. Die Übungen sollten den Erwerb der Fähigkeit ermöglichen, Thesen und Texte zum Thema, die während der Vorlesung nicht ausdrücklich besprochen wurden, selbständig anzugehen.

     Während ich bei der Vorlesung die Verantwortung für die Darstellung und Gliederung der Fragen, Thesen und Argumente übernehme, steht die entsprechende Verantwortung in den Seminaren bei den Studierenden. Die Vorlesung dient somit der methodologischen Vorbereitung von Seminaren.

Zweck der Prüfung

   Hauptzweck der Prüfung ist es, Ihnen zu erlauben, den Stand Ihrer fachlichen Kenntnissen und Ihrer philosophischen Fähigkeiten zu überprüfen.

    Man sollte erstens in der Lage sein, die Hauptzüge einer spezifischen philosophischen Debatte zu verstehen. Dies impliziert, dass man in der Lage ist, die relevanten Thesen zu erkennen und genau zu formulieren und dass man die Fähigkeit hat, Argumente gegen und für die Thesen anzubringen. Diese Fähigkeiten sollten dann auf konkrete Texte angewandt werden. Die Texte und Argumente sollten in ihren umfassenderen theoretischen Kontext gebracht und im Text genau identifiziert werden.

    Es bringt nicht viel, die Vorlesung auswendig zu lernen, um den Stoff bei der Prüfung zu wiederholen. Die Vorlesung sollte Ihnen die Mittel geben, die Fragen selbständig und autonom anzugehen. Die Prüfung nützt, um den Grad und die Qualität dieser Autonomie zu eruieren.

    Die Prüfung ist ein Mittel, um eine solche Bestimmung zu erhalten. Es ist vermutlich nicht das beste Mittel und ganz sicher nicht das einzige. Andere Mittel, wie das Diskutieren mit Kommiliton/Innen, die aktive Teilnahme an Lehrveranstaltungen und das Verfassen und Diskutieren von Texten sind oft zuverlässigere Methoden.

   Prüfungen haben aber auch eine institutionelle, soziale und psychologische Funktion. Sie erlauben es der Institution, den vergebenen Titel zu schützen und deren Träger der Gesellschaft gegenüber zu qualifizieren. Ein/e Studierende/r hat ausserdem das Recht zu erwarten, dass seine/ihre Leistungen durch entsprechende Noten erkennbar wird.

   Beachten Sie bitte folgende Hinweise zur Bedeutung von Noten.

Prüfungsmodalitäten

Vorlesungen in neuzeitlicher und zeitgenössischer Philosophie richten sich an Studierende im BA und MA. Die Vorlesungen sind für Anfänger u.U. ungeeignet.

Die Vorlesung kann mündlich oder schriftlich geprüft werden (mehr zu den formalen Bedingungen finden sie hier).

A) Schriftliche Prüfung am Ende der Vorlesung.

  1.   Die Prüfung betrifft den Stoff der Vorlesung und der obligatorischen Übungstexte.
  2. Drei Fragen werden am Ende der Vorlesung mitgeteilt.
  3.   Sie müssen eine Frage auswählen. Die schriftliche Antwort (3 bis 5 Seiten) muss während der letzten Sitzung oder an einem anderen festgelegten Termin eingereicht werden.

B) Durch eine mündlliche Prüfung.

  1.   Stoff der mündlichen Prüfung ist der Stoff der Semestervorlesung. Sie können sich für die Prüfung auf ein Kapitel der Vorlesung konzentrieren, in dem Sie die dazu gehörigen Texte eingängig vorbereiten.
  2.  Die mündliche Prüfung kann (muss aber nicht) zu Semesterende abgelegt werden.